Der ein oder andere mag sich nun fragen was das soll? Weiß doch mittlerweile jeder was ein Linkbait ist. Ja, dachte ich auch, aber irgendwie scheint der Irrglauben umzugehen, dass Linkbait bedeutet, dass man ein Gewinnspiel macht an dem man nur teilnehmen darf, wenn man einen Link auf die entsprechende Seite mit dem vom Ausrichter des Gewinnspiels (oder seiner SEO Agentur) vorgegebenen Keyword setzt. Andere setzen auch gerne auf Infografiken. Das sind Bilder, die irgendeine todlangweilige Sache auf lustige Art und Weise erklären. Aber genau da liegt das Problem. Auf lustige Art und Weise. Die meisten werfen einfach mal Excel an und machen ein paar Graphen. Manch einer bekommt es eventuell hin, dass das ganze auch noch gut aussieht. Aber die Kunst wirklich mit Infografiken Links zu bekommen, ist genauso wie in jedem viralen Bereich reines Glücksspiel, was auch noch voraussetzt, dass man Humor hat und diesen optisch ansprechend gestalten kann. Aber das war es dann auch schon mit den Ideen, wie man einen Linkbait macht. Gut, es gibt noch die berüchtigten die 10 besten …. Listen, aber auch hier gilt: Es reicht einfach nicht “Die 10 besten Kühlschränke” drüber zu schreiben. Auch hier ist Phantasie gefragt. Bei vielen Linkbaiting Versuchen handelt es sich daher eher um Aktionen die vergleichbar sind mit: “Eigene Webseite? Klar, mein Sohn hat so was schon mal gemacht. So ne Agentur ist da viel zu teuer.” Und auch da wundert man sich dann, warum das Internet so überbewertet ist, da man mit der blinkenden Homepage irgendwie viel weniger verkauft als im Ladengeschäft.
Auf der anderen Seite allerdings wird viel Geld für Adwords oder sonstige Werbemaßnahmen ausgegeben. Natürlich bringt das Verkäufe wenn man es richtig macht. Genauso aber bringt auch der Traffic über Suchmaschinen Verkäufe, ebenso wenn man es richtig macht. Richtig machen bedeutet aber auch, dass man Ahnung haben muss von dem was man da tut, also einen riesigen Haufen an Wissen angesammelt hat und durch viele Erfahrungen gelernt hat. Das alles hat aber eben seinen Preis. Genauso wie ich eienr Werbeagentur viel Geld für Ihre kreativen Ideen gebe, muss ich für kreative Idee, die auch noch Wissen über technische Kniffe und eine Vernetzung im Web sowie allem anderen was dahinter steckt eigenltich mehr zahlen als meiner Werbeagentur, die einfach nur eine kreative Idee haben muss und diese dann auf ein Plakat druckt.
Aber was sollte denn das Wort Linkbait nun mehr bedeuten als Gewinnspiele, Infografiken und Top10 Listen? Ein Linkbait bedeutet erst einmal anderen Leute verlinkbare Inhalte anzubieten. Ein fertig gefüllter Warenkorb oder ein Bestellformular sind klassischerweise keine Seiten auf die man freiwillig verlinkt. Daher ist es wichtig auf der eigenen Seite eben Inhalte zu schaffen die einen Mehrwert haben und eine bestimmte Benutzergruppe ansprechen. Gerade im Ecommerce Bereich scheint das immer wieder schwer zu sein, da man ja nur Seiten mit Produkten hat und die Shopsysteme anderes garnicht zulassen. Und genau da liegt das Problem begraben. Hier müssen Inhalte her, die interessant sind, vielleicht auch Dinge die neu sind und die sonst niemand in seiner Shopsoftware anbietet. Kann sich noch jemand daran erinnern, als otto.de vor Jahren einmal ausprobierte wie man im Internet die Kleidung selber anprobieren könnte? In dem man ein eigenes Foto von sich hoch lädt etc. lange bevor Friseure so etwas für Frisuren nutzen? Das war damals hoch innovativ, auch wenn es total unbrauchbar war. Wichtig war aber, dass dem User etwas geboten wurde und eben auch etwas, über das man reden und schreiben konnte.
Und genau da ist das Mißverständis von SEO, Linkbait, Marketing und PR.
SEO macht: Links auf die Produktseiten, denn die sollen ranken.
Marketing macht tolle, kreative Aktionen möglichst ausserhalb der Seite und vergisst Links einzusammeln
PR gibt eine Pressemitteilung raus, dass etwas tolles neues irgendwo da ist, vergisst aber den Link darauf.
Und dann eben diese Gewinnspiel Linkbaits auf der Subdomain
Idealer wäre es hier aber zusammenzuarbeiten. Der SEO weiss wo Links benötigt werden und kann die interne Verlinkung anpassen. Marketing macht die kreative Aktion auf der Seite in Absprache mit dem SEO und passt die Kamapgne darauf an, dass eben neben der Marketingwirkung auch eine Wirkung erzielt wird die Leute dazu anregt darüber zu sprechen und darauf zu verlinken. PR gibt nicht nur Pressemitteilungen mit korrektem Link heraus sondern hat ein Netzwerk, dass für die Aktion ein Netzwerk hat, das darüber schreibt und diskutiert und sie weiterverbreitet. Da kommt dann plötzlich auch der Punkt Socialmedia ins Spiel. Der ist nämlich bei einer PR Abteilung sehr gut aufgehoben im Gegensatz zu einer Marketingabteilung. Wenn nun all das auch noch gemeinsam abgestimmt ist und nicht das Ego einer Abteilung im Vordergrund steht kann hier ein guter Linkbait entstehen.
Ein guter Linkbait ist also weniger eine kleine Aktion als gute Diskussionswürdige Inhalte die von allen Bereichen vorangetrieben werden und immer das Ziel verfolgen etwas zu schaffen, dass die Leute gerne verlinken und diese Links dann auch an die richtigen Stellen der Seite bringt.
Wichtig ist es also das eigene Ego abzulegen, zu lernen, das es nur gemeinsam geht und dass eine Webseite auch interessantes für den User jenseits des Bestellformulares zur Verfügung stellen kann.